Landschaft
Vrasselt ist umgeben von schöner niederrheinischer Landschaft mit Feldern, Wiesen, Landwehren, Gräben, Tongruben, Baggerseen und Kopfbäumen.
Baggerseen und Tongruben
Nördlich der Bahnstrecke liegen in Vrasselt am Schwarzen Weg zwei große Baggerseen in denen ein niederländisches Unternehmen Kies und Sand abbaut. Die alten Tongruben der Dachziegelwerke an der Reeser Straße zwischen Jahnstraße und Am Vogelsang sind zu Teichen geworden und bieten heimischen Pflanzen- und Tierarten einen Lebensraum.
Rheindeich
Am 21. November 2025 wurde der neue 2,6 Kilometer lange Deichabschnitt zwischen Dornick und der Kläranlage Emmerich, der auch über das Gebiet von Vrasselt verläuft, nach nur zwei Jahren Bauzeit durch NRW-Umweltminister Oliver Krischer, Bürgermeisterin Claudia Lindlahr, Deichgräf Harry Schulz, Deichverband-Geschäftsführer Holger Friedrich und weitere Gäste eroffnet. Der Bau kostete rund 15 Millionen Euro und war damit 40% teurer als geplant. Das Land hat sich mit 80% an den Gesamtkosten, die weit über den Baukosten liegen, beteiligt. Der neue Deich, der schon seit 1998 geplant wurde, ist mit 60 Metern doppelt so breit wie sein über 600 Jahre alter Vorgänger und 70 Zentimeter höher. Es wurden über eine halbe Million Kubikmeter Erde bewegt. Der Deich ist jetzt ein sogenannter Drei-Zonen-Deich. Während der alte Deich nur aus Lehm bestand, sorgen jetzt ein Lehmfundament, ein Stützkern aus Sand und eine Auflastberme aus einem Sand-Kiesgemisch zur Landseite und eine mindestens zwei Meter dicke Lehmschürze zur Wasserseite für optimale Sicherheit. In der Hochphase der Baustelle wurden allein 150 Lkw-Ladungen an Materialien pro Tag an die Baustelle gefahren. Für die Auflastberme wurden 37.000 Tonnen Sand-Kiesgemisch benötigt, dazu noch 121.000 Kubikmeter Sand. Rund 14.500 Quadratmeter Wegeflächen wurden gebaut, plus weiteren 8.500 für den Radweg. Und am Ende müssen dann auch noch einmal sieben Kilometer Zäune gesteckt und auf 230.000 Quadratmetern Fläche Gras eingesät werden. Gebaut wurde der Deich durch das niederländische Bauunternehmen Martens en Van Oord. Während der alte Deich nur über eine Straße auf der Deichkrone verfügte, besteht jetzt auf der Krone auf der gesamten Länge ein Fahrradweg mit Rastmöglichkeiten und Blick auf den Rhein, die Wiesen und die Dörfer, manchmal lassen sich sogar die Zuckerfabrik von Pfeifer & Langen in Kalkar-Appeldorn, das Wunderland Kalkar, ein nie in Betrieb gegangenes Atomkraft, auf dessen Gelände sich heute ein Freizeitpark befindet sowie der Sender und die Schwanenburg in Kleve erkennen. Beachte bei deinem Besuch jedoch bitte, dass der Deich dem Hochwasserschutz dient und er nicht als Ausflugsziel errichtet wurde. Die Anlieger der Deichstraße nutzen den Deichverteidigungsweg zwischen Dorfstraße und Stadtweide am Fuß des Deiches. Die Schafe auf dem Deich sorgen für eine dichte Grasnarbe, die für die Funktionstüchtigkeit der Deiche, und somit für den Hochwasserschutz, unverzichtbar ist.
Entstehung der Landschaft
Die Entstehung der Niederrheinischen Landschaft wurde überwiegend durch den Flussverlauf des Rheins geprägt. Die heute noch teilweise vorhandenen Rheinarme (Altrheinarme genannt) sind typisch für das niederrheinische Landschaftsbild. In der Saale-Kaltzeit, als das Inlandeis bis über das heutige Rheintal nach Südwesten vordrang, verlief der Rhein in dem heutigen Nierstal. Nach dem Abschmelzen des Eises erfolgte dann der Rheinabfluss in nördlicher Richtung durch das ljsseltal. In der frühen und mittleren Weichsel-Kaltzeit floss ein Teil des Rheinwassers nördlich von Montferland in westliche Richtung ab, bis dann in der späteren Weichsel-Kaltzeit das heute noch benutzte Tal durch die Geldersche Poort geschaffen wurde und den gesamten Rheinabfluss aufnahm. Während des subarktischen Klimas der Weichsel-Kaltzeit bestand der Rhein aus einer Vielzahl von Rinnen, die in ihren ständig wechselnden Läufen die gesamte Talbreite zwischen Kleve und Bocholt bestrichen. Mindestens seit dem frühen Atlantikum begann der Rhein stromoberhalb der Gelderschen Poort immer wieder neue Stromschlingen zu bilden, die sich oft kilometerweit von der Mitte des Tales in die Niederterrassen-Gebiete vorschoben. Lediglich zwei der insgesamt acht heute noch erkennbaren Stromschlingen sind in vorgeschichtlicher Zeit entstanden und abgeschnitten worden, von denen sich bisher nur der Bogen der Hetter datieren lässt, dessen Altrhein die Bezeichnung Löwenberger beziehungsweise Hetter-Landwehr trägt. Abgesehen von dem sehr hohen Alter fällt die Schlinge der Hetter auch durch ihre Größe aus dem Rahmen. Mit einem Krümmungsradius von rund 2,5 km liegt sie erheblich über dem Durchschnitt, und es muss angenommen werden, dass zurzeit, als die Hetterschlinge gebildet worden ist, der Rhein eine sehr viel größere Mittelwasserführung besessen hat.
Der Ortskern liegt zwei Kilometer vom Rhein entfernt, jedoch fließt der Rhein durch das Gebiet von Vrasselt. Die Grenze zwischen Vrasselt (Stadt Emmerich) und dem linksrheinischen Emmericher Eyland (Stadt Kalkar) ist die Rheinmitte.
Naturschutzgebiete

Baggersee, Foto: Vrasselt Online

Luftaufnahme aus dem Jahr 2022



